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© 1987 - 2017 z.B.
Bildrecht Wien
Birgit Zinner
Z.B.: In meiner Malerei stehen streng formale konstrukive Konzepte neben Unbewusstem, körperlichen Erfahrungen und Zufälligem. Dabei steht der Arbeitsprozess im Vordergrund. Die unmittelbare Arbeitsweise mit der Stichsäge erfordert gleichzeitiges Reflekieren und Fabrizieren, ein ständiges Auswählen oder Weglassen, Ergänzen oder Verändern. So zeichne ich mit meiner Säge Bilder, die den Raum durchbrechen. Trotz der komplexen eigenen Formensprache mag die Arbeit spielerisch leicht und lebendig wirken.

Die einzelnen entstandenen Arbeiten und Serien sind Teil eines seit mehr als 25 Jahren verfolgenden Gesamtkunstwerks, sowohl thematisch, als auch konkret, indem die Restmaterialen aus früheren Arbeiten einbezogen, oder Werke geschaffen werden, die als Verbindungsglieder (ergänzend, kontrastierend, begleitend, aufbauend usw.) fungieren.

Der beigefügte Overview ist der 9. Versuch einer Reihe von Zeichnungen, die Vernetzheit meiner Arbeiten und Werkgruppen seit 1986 aufzuzeigen.Trotz meiner Bemühungen unvollständig, unvollkommen und unfertig.

Einige Themenschwerpunkte sind die Untersuchung des Materials der Flächen, die Verbindungsmöglichkeiten der aneinander- und übereinandergrenzenden Schichten, die Beweglichkeit bzw. die Variationsmöglichkeiten.
Das Material, Hartfaser-, oder MdF- Platten, tritt entweder durch Schleifen und Kitten in den Hintergrund oder Kratzer, Bohrungen, Bohrausrisse, Schleifspuren sind ebenso Stilmittel wie die Schnittstellen, die, unbearbeitet, ausfransen, und als grafisches, zeichnerisches Element eingesetzt werden. Hier finden Reste Verwendung: von früheren Arbeiten, Arbeitsunterplatten und auch recyclete Kinderkleiderkästen aus meinem Haushalt. Das Recycling ist aber nicht vordergründiger Inhalt, sondern entspringt dem Wunsch nach Vollständigkeit des Gesamtkunstwerks.

Die übereinander geschichteten Arbeiten werden auf unterschiedliche Weise verbunden: Durch Ineinanderstecken, mit Schrauben und Distanzhülsen oder mit Holzstäben, wobei die Platten durchbohrt und/oder aneinandergereiht gehängt bzw. gestaffelt werden. Die Montage mit Flügelmuttern und Stecknoppen ist auch Mittel zur Variation. Die Vorrichtung weist auch in starrer Position auf die dem Objekt innewohnende Variabilität.

Die kontrastreichen Farben folgen der Form oder bilden eigene Inhalte, wiobei immer auch die Seitenflächen bemalt werden. Ich spreche von Bildobjekten, da es inhaltlich um Malerei geht, aber die strenge Form des Bildes sprengt. Dem folgend sind die frei stehenden Figuren für mich ebenso Bildobjekte wie die Arbeiten an und in Beziehung der Wand.

Zinner Birgit, Wien 2013
 

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